weimarerrepublik


Die Weimarer Republik

 

Die erste Sitzung der neugewählten Verfassunggebenden Nationalversammlung fand im Februar 1919 in Weimar in Thüringen statt, weil Berlin wegen der Kämpfe zu unsicher war.

Deswegen heißt die erste deutsche Republik „Weimarer Republik“.

 

(Auch in diesem Kapitel werde ich mich auf Dinge beschränken, die in den Schulbüchern unzureichend oder gar nicht behandelt werden. )

 

1. Die Dolchstoßlegende

 

Die Nationalversammlung setzte einen parlamentarischen Untersuchungsausschuß ein, der herausfinden sollte, wer für den Zusammenbruch Deutschlands im Herbst 1918 verantwortlich war. Im Herbst 1919 sagte Hindenburg und Ludendorff, die ehemaligen Führer der OHL, als Zeugen vor diesem Untersuchungsausschuß aus. Ludendorff sagte, ein britischer Offizier habe ihn  gefragt, ob er glaube, die deutsche Armee sei von hinten erdolcht worden. Hindenburg und Ludendorff beantworteten vor dem Ausschuß diese Frage mit ja und gelten so als Erfinder der Dolchstoßlegende. Sie behauptet, die tapferen deutschen Soldaten seien siegreich im Feindesland gestanden; die demokratischen, vor allem die linken Kräfte hätten durch pazifistische Agitation den Siegeswillen der Bevölkerung untergraben und durch Streiks in der Rüstungsindustrie Sabotage getrieben. Diese Kräfte hätten sich dann Anfang Oktober 1918 an die Regierungsmacht geschlichen und sofort aus eigener Initiative mit der Bitte um Waffenstillstand praktisch kapituliert. Die anschließende, von Sozialisten angezettelte Revolution habe Deutschland dann den Rest gegeben.

Diese „Legende“ ist eigentlich ein Märchen. Deutschland hatte den Krieg ganz einfach verloren. Für die politischen und militärischen Entscheidungen, die dazu geführt hatten, waren der Kaiser und seine OHL verantwortlich. Kriegsentscheidend war der zunehmende Einsatz der USA. Fraglich ist, ob die Niederlage so katastrophal ausfallen mußte. Dazu hatte beigetragen, daß die OHL Anfang Oktober heftig auf einen sofortigen Waffenstillstand drängte, was wie eine Kapitulation wirkte. Deutschland hatte damit praktisch zugegeben, daß es militärisch am Ende war, und das wirkte psychologisch negativ auf die deutschen Soldaten und positiv auf die Soldaten der Feinde. Diese Situation konnte man später nicht mehr umkehren. So mußte man alle Waffenstillstandsbedingungen der Feinde erfüllen. Auch Hindenburg hatte für die OHL den harten Waffenstillstandsbedingungen zugestimmt. Auch zum Ausbruch der Revolution hatte die Marineleitung, also hohe kaiserliche Offiziere, den Anlaß gegeben. (Siehe dazu das Kapitel „Revolution 1918“.)  

Schon 1919 legte die von der SPD geführte Reichsregierung Beweise vor, die zeigten, daß an der Dolchstoßlegende nichts wahr war. Es bleibt also die Frage, warum die Dolchstoßlegende trotzdem von so vielen Leuten geglaubt wurde. Viele Deutsche konnten sich nicht damit abfinden, daß der Krieg verloren war. Allerdings hinderte der bösartige Frieden von Versailles die Deutschen daran, sich mit den Realitäten abzufinden. In solchen Situationen suchen viele Menschen nach faulen Ausreden. Ein Sprichwort sagt: Was wir wünschen, das glauben wir gerne. Das war damals so und ist auch heute so. So glaubte man einfache, aber falsche Parolen, die scheinbar alles so einleuchtend erklärten. Kompliziertere, aber richtige Erklärungen nahm man nicht zur Kenntnis. In einer Demokratie mit allgemeinem, gleichen Wahlrecht spielt das oberflächliche Geschwätz in Fabrikhallen, an Stammtischen, auf den  Straßen bei der Willensbildung des Volkes, vor allem bei Wahlen, eine sehr wichtige Rolle.     

 

2. Demokratie ohne Legitimierung

Der Liberale Theodor Eschenburg (1904-1999) war lange Professor für Politische Wissenschaft in Tübingen. Er schrieb in seinem Buch „Die improvisierte Demokratie“ (München 1964) über die Weimarer Republik (S. 44 f.): „Die Monarchie hatte nachweislich versagt; sie hatte den Sieg versprochen und die Niederlage gebracht. Dadurch schien zunächst der Beweis für die Berechtigung der Forderung der Mehrheitsparteien nach demokratischer Staatsform und Verständigungsfrieden erbracht. Die immer wieder seitens der Rechten vor dem Krieg und vor allem während des Krieges vertretene und verbreitete Behauptung von der Unfähigkeit, dem Versagen der Demokratie, war durch den Sieg der Feinde, da alle alliierten Mächte mit Ausnahme Japans demokratische Staaten waren, widerlegt. Vor allem aber wurde durch die Forderung Wilsons auf Abdankung des Kaisers diese gleichsam zum Versöhnungsopfer, zum Tribut an die Alliierten, in der Erwartung, einen erträglichen Frieden zu erhalten. ... Churchill sagt rückblickend in seinen  Memoiren: ‚Das Vorurteil der Amerikaner gegen Monarchien ... hatte dem besiegten Kaiserreich bewußt werden lassen, daß es als Republik von den Alliierten besser behandelt würde als eine Monarchie. ... Die Weimarer Republik wurde als etwas durch den Feind Aufgezwungenes empfunden. Sie konnte weder die Treue noch die politische Phantasie des deutschen Volkes an sich fesseln.’ Die Demokratie erweckte im Volk die Vorstellung des Rettungsankers. So wie die deutsche Demokratie bei einem erträglichen Friedensvertrag, wie ihn Wilson durch seine vierzehn Punkte in Aussicht gestellt hatte, ihre politische Legitimation erfahren hätte, so bewirkte der für damalige Begriffe unerträgliche Friedensvertrag von Versailles eine tiefe Enttäuschung weiter Kreise, vor allem jener breiten mittleren und unteren Schichten. ... Die Anhänger der Demokratie galten bei ihnen nunmehr entweder als betrogene Betrüger oder als hereingefallene Tölpel, die Demokratie als das Trojanische Pferd, dessen man sich so schnell wie möglich entledigen müsse, um sich vom ‚Versailler Diktat’ zu befreien. Die Demokratie war nicht das Ergebnis einer innerpolitischen Kraftanstrengung, nicht der Erfolg einer politischen Bewegung, sondern eine Notlösung, ein taktischer Ausweg; als sich dieser Ausweg, wie der Friedensvertrag gezeigt hatte, nicht bewährte, wurde die Institution als solche verworfen. Die neue Staatsform wurde durch Versailles um ihre politische Legitimierung gebracht.“  Eschenburg sieht hier vieles richtig, er übersieht aber, daß die Demokratie bis 1923 viele schwere Krisen überstand, die ihr das Ende hätten bereiten können, Krisen, wie sie die deutsche Demokratie nach dem Zweiten Weltkrieg noch nicht ein einziges Mal überstehen mußte. Die Deutschen haben die Demokratie nicht leichtfertig bei der ersten besten Gelegenheit aufgegeben, wie etwa die Italiener, die aus Enttäuschung über die geringe Siegesbeute schon 1922 sich dem autoritären Mussolini hingaben. Und ab 1924 hatte die Weimarer Republik durchaus eine Chance, Akzeptanz bei der Mehrheit der Deutschen zu gewinnen. Erst die Weltwirtschaftskrise und das demagogische Talent Hitlers machten ihr ein Ende.

 

3. Ohne Versailles kein Hitler

 

Versailles mußte nicht zwangsläufig zu Hitler führen. Versailles ist auch sicher nicht die einzige Ursache für Hitlers Machtübernahme, aber daß Versailles auch eine der Ursachen ist für Hitlers Erfolg, darf man wohl sagen.

Theodor Heuß, von 1949 bis 1959 der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, gehörte in der Weimarer Republik der liberalen „Deutschen Demokratischen Partei“ an und war jahrelang Reichstagsabgeordneter. 1932 schrieb er in einem Buch mit dem Titel „Hitlers Weg“ den Satz: „Die Geburtsstätte der nationalsozialistischen Bewegung ist nicht München, sondern Versailles.“  Der Sozialdemokrat Otto Braun, der bis 1932 Ministerpräsident des Staates Preußen war, stellte 1949 fest: „Tatsächlich wurde im Mai 1919 in Versailles die Axt an die Wurzel der Weimarer Republik und die Giftsaat des neuen Nationalismus in den deutschen Boden gelegt. Sie brachte die Weimarer Republik zum Erliegen.“ 

Der englische Historiker G. M. Trevelyan schrieb 1937 in seinem Buch „British history in the nineteenth century and after“ über den Vertrag von Versailles: „Der große Fehler des Vertrages war die harte Behandlung der neuen deutschen Republik. Es hätte das Ziel Frankreichs und Englands sein müssen, ihr das Fortleben als friedliche Demokratie zu ermöglichen. Aber die deutsche Nation wurde erniedrigt durch das Diktat von Bedingungen, gegen deren Härte sie sich vor den  Siegern nicht einmal verteidigen durfte. ... Das Ergebnis ist das Hitlerdeutschland, das wir kennen.“

Der amerikanische Ölmagnat Paul Getty schrieb in seinen Memoiren über den Versailler Vertrag: „Dieser Vertrag war rachsüchtig. Er legte Deutschland unbezahlbare Reparationen auf. ... Die als Strafe gedachten Artikel dieses Vertrages mußten in Deutschland eine heftige natonalistische Reaktion in Gang setzen. ... Ein vernünftigerer und gerechterer Friede an Stelle des Vertrages von Versailles hätte zwischen 1919 und 1932 in Deutschland ein demokratisches System befestigt.“ 

Auch auf der Seite der Alliierten gab es prominente Kritiker des Vertrages von Versailles. Der amerikanische Außenminister Lansing und der britische Finanz- und Wirtschaftsfachmann John M. Keynes, beide Teilnehmer der Friedenskonferenz, kritisierten in Büchern heftig den Inhalt des Vertrags und besonders den Bruch des Waffenstillstandsvertrages. Beide Bücher wurden schnell ins Deutsche übersetzt und fanden als Bestätigung des deutschen Standpunktes weite Verbreitung (Robert Lansing: Die Versailler Friedensverhandlungen, deutsch 1921 und John M. Keynes: Die wirtschaftlichen Folgen des Friedensvertrages, deutsch 1921).

In der britischen oppositionellen Labour Party gab es heftige Kritik. Der Parteiführer J. W. Kneeshaw sagte auf dem Labour-Parteitag 1920 in Scarborough: „Wären wir das besiegte Volk und hätten solche Friedensbedingungen auferlegt bekommen, so würden wir, statt uns ruhig auf sie zu verpflichten, in unseren Schulen und Heimen begonnen haben, unsere Kinder auf den Vergeltungskrieg vorzubereiten, der das unerträgliche Joch der Eroberer abschüttelt. Diese Bedingungen waren nicht nur ein Anschlag auf Deutschland, Österreich und andere besiegte Nationen ... , sie waren auch ein Anschlag auf das ganze Gewebe der Zivilisation.“ (Zitiert nach Wenzel Jaksch, Europas Weg nach Potsdam, München 1990, S. 216.)  

 

4. Eine Demokratie ohne Souveränität

 

Die Verfassung der Weimarer Republik gründete auf der Volkssouveränität. Das Volk hatte seine Vertreter für die Verfassunggebende Nationalversammlung gewählt, und diese hatte im Auftrag des Volkes die Verfassung beraten und „gegeben“, d. h. beschlossen. Es gab aber keine Selbstbestimmung für das deutsche Volk. Alle Verfassungsbestimmungen, die im Widerspruch zum Frieden von Versailles standen, wurden von den Siegern für ungültig erklärt. Die Souveränität der deutschen Republik war dadurch stark eingeschränkt.

Beispiele: Die Bestimmungen über die Entmilitarisierung schränkten die deutsche Wehrhoheit stark ein; interalliierte Militärkommissionen kontrollierten die Einhaltung dieser Bestimmungen. Das Recht Deutschlands, Einfuhrzölle und Ausfuhrbeschränkungen zu beschließen, war stark eingeschränkt. Auf den deutschen Strömen durften die Schiffe aller Staaten fahren. Der Versailler Vertrag bestimmte im Artikel 236, daß das Wirtschaftsleben Deutschlands unmittelbar im Dienst der Reparationsleistungen stand. Zur Zahlung der unbegrenzten Reparationen setzten die Siegermächte eine Wiedergutmachungskommission ein, die Deutschlands finanzielle und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit überprüfte und entsprechend die Höhe der Reparationsleistungen festlegte; damit war die Finanz- und Steuerhoheit Deutschlands stark eingeschränkt. In der Weltwirtschaftskrise (1930-33) war es Deutschland durch den Young-Plan, einen Reparationsvertrag, verboten, durch staatliche Verschuldung die Wirtschaft anzukurbeln. Und der Versuch, die Wirtschaftskrise durch eine Zollunion mit Österreich zu lindern, scheiterte an der entsprechenden Bestimmung des Versailler Vertrages.

In der gesamten Zeit der Weimarer Republik prägten die Bestimmungen des Versailler Vertrages die gesamte Innenpolitik und Außenpolitik. Sie bestimmten dauernd die Tagespolitik der Deutschen, brachten dauernden Streit unter den Parteien und polarisierten dauernd das deutsche Volk. Bei der Wahl der Verfassunggebenden Nationalversammlung im Januar 1919 stimmten 76 % der Wähler für die demokratische parlamentarische Republik. Als im Mai 1919 die Siegermächte den Deutschen den Entwurf des Versailler Vertrages vorlegten, waren sich alle Deutschen von den Monarchisten bis zu den Kommunisten einig in der Ablehnung. Nachdem die Unterschrift der Deutschen unter den Vertrag durch Kriegsdrohung erpreßt worden war, war es mit dem inneren Frieden unter den Deutschen vorbei.

 

5. Beamtenschaft und Eliten

 

Ein Hauptvorwurf gegen die Weimarer Republik besteht darin, daß die gesellschaftlichen Eliten und die Beamtenschaft aus der Kaiserzeit in ihren Positionen geblieben seien und aus ihrer monarchistischen Einstellung heraus die Republik abgelehnt hätten. Dies sei eine Folge der von Ebert und der SPD gestoppten Revolution gewesen.

Was wäre also geschehen, wenn die Revolution nicht gestoppt worden wäre? Wären alle diese Leute aus den Ämtern gejagt und durch neue, revolutionär gesinnte Personen ersetzt worden? Das brachten nur totalitäre Unrechtssysteme fertig, wie die Jakobinerdiktatur in der Französischen Revolution, die bolschewistische Diktatur in Rußland, die nationalsozialistische Diktatur (etwa durch das berüchtigte Gesetz „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“) und die kommunistische Diktatur in der DDR. Aber sogar diese Diktaturen mußten viele Fachleute aus der vorherigen Epoche weiterverwenden. Ein Rechtsstaat kann nicht einfach mißliebige Leute aus ihren Positionen entfernen. Als 1990 Deutschland wiedervereinigt wurde, blieben die Beamten der untergegangenen DDR, also Polizisten, Staatsanwälte, Richter, Lehrer usw., in ihren Ämtern, obwohl sie vorher für ein Unrechtssystem gearbeitet hatten. Durch wen hätte man sie ersetzen sollen? So viele Ersatzleute gab es ja gar nicht. Man mußte eben hoffen, daß die bisherigen Diener der Diktatur jetzt erkannten, daß das neue System dem alten überlegen war, und sich umstellten.

Auch die Weimarer Republik konnte nur die Regierenden austauschen, die Beamtenschaft mußte aus der Kaiserzeit übernommen werden; außerdem war ja das Kaiserreich keine totalitäre Diktatur und kein Unrechtsstaat. Auch Fabrikbesitzer und Großgrundbesitzer konnte man nicht einfach enteignen, schließlich garantierte der Rechtsstaat das Eigentum. Auch damals mußte man hoffen, daß die Deutschen aus eigener Einsicht die neue demokratische Republik billigen würden. Und das taten sie ja auch bei der Wahl der Nationalversammlung im Januar 1919, als 76 % der Wähler sich für die drei demokratischen und republikanischen Parteien SPD, Zentrum und Linksliberale (DDP) entschieden. Die republikfeindlichen Parteien hatten damals nur wenige Wähler. (Siehe dazu das Ende des Kapitels „Herbst 1918: Revolution in Deutschland“.) Entscheidend war auch hier der katastrophale Vertrag von Versailles, der dem deutschen Volk, seinen demokratischen Repräsentanten und damit der neuen demokratischen Republik ganz unnötigerweise jede Würde und jede Ehre nahm. Viele Deutsche konnten sich mit dieser von den Siegern entehrten Republik nicht mehr identifizieren. Folglich brachte die erste Reichstagswahl im Juni 1920 den entscheidenden Wählereinbruch: Nur noch 48 % der Wähler wählten damals die oben genannten Parteien, die uneingeschränkt zur parlamentarischen Republik standen. Das reichte nicht mehr für die absolute Mehrheit. Damit hatte die Weimarer Republik nicht mehr die Mehrheit des deutschen Volkes hinter sich.

 

6. Umsturzversuche und Krisen

 

Trotzdem hat die Republik viele Krisen überstanden. Im März 1919 mußten wegen der Abrüstungsbestimmungen des Vertrages mehrere Freikorps aufgelöst werden. Ein Freikorps weigerte sich und meuterte. Die Meuterer besetzten in Berlin das Regierungsviertel, die Regierung mußte fliehen, die Meuterer ernannten einen Herrn Kapp zum neuen Reichskanzler. Die hohen Reichswehroffiziere unterstützten den Putsch nicht, rieten aber der Reichsregierung vom Truppeneinsatz gegen die Putschisten ab, weil sie ihren Soldaten nicht trauten (siehe dtv Dokumente Nr. 2918: „Die ungeliebte Republik“ S. 76 ff.). Die geflüchtete Regierung rief zum Generalstreik auf, der auch befolgt wurde. Entscheidend aber war, daß die hohe Ministerialbürokratie sich weigerte, mit dem selbsternannten „Reichskanzler“ Kapp zusammenzuarbeiten. Kapp mußte aufgeben, die Regierung konnte nach Berlin zurückkehren. Der Kapp-Putsch wäre doch eine großartige Gelegenheit für die republikfeindliche hohe Beamtenschaft, die kaisertreuen Reichswehroffiziere, die monarchischen Eliten gewesen, der ungeliebten Republik ein Ende zu bereiten.

Aus dem Generalstreik gegen den Kapp-Putsch entwickelte sich im Ruhrgebiet ein kommunistischer Aufstand. Das ganze Ruhrgebiet war in der Hand einer „Roten Armee“ von Zehntausenden bewaffneter Arbeiter. Reichswehrtruppen schlugen in schweren Kämpfen den Aufstand nieder.

Im Jahre 1923 beschloß die Kommunistische Partei der Sowjetunion, daß am 9. November 1923 in Deutschland der kommunistische Umsturz stattfinden sollte. (Dazu: Otto Wenzel, 1923. Die gescheiterte deutsche Oktoberrevolution. München 2003; vgl. F.A.Z. vom 26. Juli 2004.) Im September 1923 waren Clara Zetkin, Heinrch Brandler und Ernst Thälmann von der KPD zu vorbereitenden Besprechungen in Moskau. Sie trafen sich dort mit Stalin, Trotzki, Bucharin, Sinowjew und dem Deutschlandexperten Karl Radek. Der KPD-Vorsitzende sagte, 250 000 Mann seien in Deutschland bereit zum Aufstand; Trotzki sagte die militärische Unterstützung der Roten Armee zu. Im Oktober kamen neben zwei Dutzend russischen Militärberatern zwei weitere russische Helfer nach Deutschland, Waldemar Rose und Karl Radek, der mit einem Koffer voll Barrengold unterwegs war. Beide zweifelten jedoch an den Erfolgsaussichten des Aufstandes, daher brach die KPD die Putschvorbereitungen ab. Nur in Hamburg kam es vom 22. bis zum 24. Oktober zu einem kommunistischen Aufstand.  

Seit Anfang 1919 bis Ende 1923 waren an der Tagesordnung: Umsturzversuche, bürgerkriegsähnlich Kämpfe, Ausnahmezustand, gelungene (Erzberger, Rathenau) und gescheiterte Attentate, Inflation und Wirtschaftskrise, Unabhängigkeitserklärungen im Rheinland und in der Pfalz.

Gleichzeitig erlebte man immer wieder Beweise der eignen Schwäche: Polnische Bewaffnete drangen in Oberschlesien ein; im Westen kehrte Frankreich zu seinen Gewohnheiten aus früheren Jahrhunderten zurück und ließ ins wehrlosen Deutschland seine Truppen einmarschieren. Unter dem Vorwand, Deutschland habe seine vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllt, wurden rechtsrheinische Gebiete besetzt: Kehl, Frankfurt, Düsseldorf und im Januar 1923 das Ruhrgebiet.

 

7. Der Ruhrkampf

 

Frankreich glaubte, Deutschland sei im Versailler Vertrag noch zu gut weggekommen; deshalb versuchte man nachzubessern, etwa durch Abtrennung des linksrheinischen deutschen Gebietes oder durch weitere wirtschaftliche Schwächung Deutschlands. Dem diente auch der Überfall Frankreichs auf das Ruhrgebiet am 11. Januar 1923. Die Arbeitgeber des besetzten Ruhrgebietes weigerten sich, an Frankreich Kohle zu liefern, unterstützt von den streikenden Arbeitern. (Die folgenden Einzelheiten stammen aus: Erich Anrich, Die Geschichte der deutschen Westgrenze, Leipzig 1939, S. 92 ff.) Prominente Industrielle wurden deshalb noch im Januar in Mainz von einem französischen Militärgericht zu Geld- und Haftstrafen verurteilt. Als die Verurteilten im Zug von Mainz ins Ruhrgebiet zurückfuhren, wurden sie an der Bahnstrecke und in den Bahnhöfen von Hunderttausenden begeistert gefeiert. Die Massen sangen (von Frankreich verbotene) patriotische Lieder. Im März besetzten französische Truppen die Krupp-Fabrik in Essen. Auf protestierende Arbeiter wurde geschossen: 13 Tote, 30 Schwerverletzte. Die Direktoren wurden verhaftet. Fabrikbesitzer Krupp eilte aus Solidarität aus Berlin herbei, um sich mitverhaften und mitverurteilen zu lassen. Krupp bekam 15 Jahre Gefängnis, die Direktoren zwischen 10 und 20 Jahren. Die Beamten des besetzten Gebietes weigerten sich, für die Besatzungsmacht zu arbeiten; es gab Gefängnisstrafen und Ausweisungen. Zeitweilig saßen alle Bürgermeister des ganzen Ruhrgebietes im Gefängnis. Kaufleute, Handwerker, Gastwirte weigerten sich, Angehörigen der Besatzungsmacht etwas zu verkaufen. Noch drei Jahre vorher, im April 1920, war das gesamte Ruhrgebiet von 100 000 bewaffneten kommunistischen Arbeitern beherrscht gewesen und es hatte schwere Kämpfe mit Reichswehrtruppen gegeben. Diese Gegensätze waren jetzt wie weggewischt. Der britische Botschafter Lord d’Abernon schrieb damals in sein Tagebuch: „Im Augenblick ist jeder Klassenhaß der Arbeitnehmer gegen die Arbeitgeber durch die patriotische Welle hinweggeschwemmt worden. Das ganze Land scheint zu einer Einheit verschmolzen.“ Es gab Gruppen, die durch Sprengungen der Bahngleise den Abtransport von Kohle behinderten. Zu ihnen gehörte Albert Leo Schlageter, der deshalb zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Trauer und Empörung über Schlageters Hinrichtung erfaßten über alle Parteigrenzen hinweg die gesamte Bevölkerung. (Siehe dazu F.A.Z. vom 1. Februar 2007.) Im Juni 1923 wurde Schlageters Leiche auf Staatskosten mit der Bahn in sein Heimatdorf im Schwarzwald überführt. An den Bahnhöfen gab es Trauerkundgebungen, in Freiburg erwartete eine riesige Menschenmenge, darunter viele Studenten und Professoren, den Sarg. Sogar ein von Briten gestifteter Kranz wurde an seinem Sarg niedergelegt. Der Kommunist Karl Radek sagte in Moskau, Hunderte von Schlageters müßten den Kampf gegen das Ententekapital weiterführen. Der Ruhrkampf forderte auf deutscher Seite 137 Tote und 600 Verletzte; 172000 Personen wurden aus dem Ruhrgebiet ausgewiesen. Frankreich hat sein Ziel, das Ruhrgebiet von Deutschland abzutrennen, nicht erreicht. 1925 verließen die Besatzungstruppen das Ruhrgebiet. Einziges Ergebnis: Der Haß der Deutschen auf die Franzosen hatte stark zugenommen.  

 

8. Die Inflation

 

Auf den Reichsbanknoten der Kaiserzeit war vermerkt, daß die Banknote jederzeit bei der Reichsbank in Berlin in echtes Silber eingetauscht werden konnte. Diese Eintauschpflicht wurde gleich zu Beginn des Krieges durch Gesetz aufgehoben. Das war Betrug des Staates an seinen Bürgern, wenn auch ein notwendiger. Der kriegführende Staat kann gar nicht anders, als auf Inflation auszuweichen. Die ganze Kriegsproduktion und die Arbeitsleistung der Soldaten produzieren ja keine Waren, die den Marktteilnehmern zum Kauf angeboten werden können. Wollte man Inflation vermeiden, dann müßte der Bevölkerungsteil, der nicht für den Krieg arbeitet, den Bevölkerungsteil, der für den Krieg arbeitet (also Soldaten und Beschäftigte in der Rüstungsindustrie), mit ernähren, bekleiden und behausen. Das ist unmöglich. Der Staat muß auf die Ersparnisse seiner Bürger zurückgreifen, indem er sich bei ihnen verschuldet und ihre Ersparnisse durch Inflation enteignet. So wird er gleichzeitig seine Schulden wieder los. Die Menge der am Markt zur Verfügung stehenden Güter wird dadurch aber nicht größer, so daß der Staat die meisten Güter bewirtschaften, d. h. rationieren und zuteilen muß, was unvermeidlich zu großen Ungerechtigkeiten und fast zwangsläufig zu gesetzwidrigem Schwarzmarkt führt.     

 

(Das Weitere nach Knut Borchardt, F.A.Z. vom 22 November 1993.)

Seit der Revolution von 1918 waren die Regierenden bereit, alles zu unternehmen, was den sozialen Frieden sicherte. So gab der Staat jeder Erpressung durch Lohnerhöhung nach. Geld beschaffte der Staat sich von der Notenbank. Die Inflation kurbelte die Produktion und den Export an und sicherte eine hohe Beschäftigung. Sie verringerte die Schuldenlast des Staates und der Wirtschaft. Allerdings befürchtete man zu Recht, daß die Stabilisierung der Währung die Hochkonjunktur beenden und eine schwere Wirtschaftskrise bringen würde (vergleichbar der Entzugskrise eines Drogensüchtigen). Dafür aber wollte man günstigere innen- und außenpolitischen Bedingungen abwarten.

Im Sommer 1922 war die Mark auf ein Hundertstel ihres Vorkriegswertes gefallen. Es gab jetzt den Willen, die Währung zu stabilisieren. Doch die Besetzung des Ruhrgebietes kam dazwischen. Die Besetzung beantwortete man mit dem passiven Widerstand. Die Produktion des Ruhrgebietes fehlte, der passive Widerstand mußte bezahlt werden, wiederum durch Inflation.

Die Inflation hinterließ immense Schäden. Sie behandelt niemanden gerecht. Schuldenmacher, Glücksspieler und Hazardeure sind unverdiente Gewinner, Sparer und verantwortungsbewußte Bürger sind unverdiente Verlierer. Die meisten Bürger mußten damals noch selbst für ihr Alter vorsorgen. Hatte man vor dem Krieg etwa 50000 Mark gespart, konnte man im Alter von den Zinsen gut leben. Diese Ersparnisse waren jetzt vollständig verloren. Verelendung und Entwurzelung großer Teile der Gesellschaft, speziell des Mittelstandes, waren die Folge. Zu den Verlierern gehörten Freiberufler jeder Art, die es damals noch in großer Zahl gab, Rechtsanwälte, Ärzte, Verleger, Schriftsteller, Künstler, kleine Ladenbesitzer, Handwerker, Bauern und andere. Sie begriffen gar nicht richtig, was vor sich ging. Inflation war aus der Vorkriegszeit unbekannt. (Es gab Fälle, daß jemand im August 1923 ein Mehrfamilienhaus, seinen  ganzen Besitz, verkaufte, um mit dem Erlös bald darauf in einer anderen Stadt ein ähnliches Objekt zu erwerben. Aber als er dann kaufen wollte, war sein Geld völlig wertlos. So hatte er alles verloren. Wie konnte der nur so blöd sein? Später ist man immer schlauer.) Viele ordentliche fleißige Leute waren völlig verarmt und auf Hilfen von anderen angewiesen. Ohne zu begreifen, daß der Krieg die Hauptursache der Inflation war, gaben sie der demokratischen Republik die Schuld an ihrem Unglück.

Krieg und Nachkriegszeit veränderten das Unrechtsbewußtsein der Menschen und machten aus einem ordnungsliebenden Volk eine Haufen von Gesetzesbrechern. Unordnung kennzeichnete die ganze Epoche zwischen 1914 und 1924. Und die Unordnung und die Inflation hingen eng zusammen.

Und dennoch bestand die demokratische Republik fort. Hitlers Partei blieb bis 1930 bedeutungslos. Es war fast ein Wunder, daß die Weimarer Republik so lange bestand. Die Leidensfähigkeit der Deutschen war groß. Ausländisches Kapital, der Fleiß der Bevölkerung, das diplomatische Geschick Stresemanns brachten ab 1924 ruhige Jahre. Man beschloß sogar sozialpolitische Gesetze (Reichsfürsorgegesetz, Arbeitslosenversicherung). Ob es richtig war, ist eine andere Frage. Allerdings konnte man wenig Kapital ansparen. Außenminister Stresemann sagte 1928: „Wir haben in Deutschland in den letzten Jahren von gepumptem Geld gelebt. Wenn einmal eine Krise bei uns kommt und die Amerikaner ihre kurzfristigen Kredite abrufen, dann ist der Bankrott da. Was wir an Steuern erheben, geht bis an die Grenze dessen, was ein Staat überhaupt tun kann. Ich weiß nicht, woher neue Steuern geholt werden können. Die Statistiken zeigen, wieviel die Städte gebraucht haben, wieviel die Industrie gebraucht hat, wieviel fremdes Geld wir überhaupt aufgenommen haben, um uns aufrechtzuerhalten. Wir sind nicht nur militärisch entwaffnet, wir sind auch finanziell entwaffnet. Wir haben keine eigenen Mittel mehr.“ (Gustav Stresemann, Vermächtnis, Berlin 1932, Band 3, S. 385)

So traf die Weltwirtschaftskrise die Deutschen stärker als jedes andere Volk. Stresemann hat das Eintreten seiner Prophezeiung nicht mehr erlebt. Er starb 1929.  

9. Die Feinde der Republik

 

Die freiheitliche Republik hatte Feinde vor allem aus drei politischen Richtungen:

Einmal waren es die Anhänger der Monarchie; sie traten öffentlich mit der Fahne schwarz-weiß-rot, der Fahne des Kaiserreiches, auf. Ihre Symbolfigur war Hindenburg, der trotz seines hohen Alters 1925 und 1932 zum Reichspräsidenten gewählt wurde. Politisch wurden sie repräsentiert durch die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) und durch den „Stahlhelm“, den „Bund der Frontsoldaten“. Adlige, Großindustrielle, preußische Großgrundbesitzer, hohe Offiziere der Reichswehr hatten hier ihre politische Heimat. Die Mehrheit war protestantisch wie Hindenburg. Politisch erstrebten sie die Erneuerung der Monarchie mit einer Verfassung, ähnlich der des Kaiserreiches.

Daneben gab es die Nationalsozialisten; ihre Fahne war rot, innen war eine weiße Kreisfläche mit einem schwarzen Hakenkreuz. Sie waren jahrelang die schwächste feindliche Gruppe. Der Durchbruch kam für die NSDAP erst bei den Reichstagswahlen im September 1930.

Die dritte Gruppe waren die Kommunisten. Ihre Fahne war die Fahne der Sowjetunion: rot mit Hammer und Sichel. Die KPD wurde von Anfang an von der Sowjetunion gelenkt und unterstützt. Bis 1923 gab es viele kommunistische Aufstände in Berlin, Hamburg, in Sachsen, in Thüringen und im Ruhrgebiet. Bis Ende 1923 drohte der deutschen Republik die größte Gefahr von Seiten der Kommunisten.

Gemeinsam war allen drei Gruppen der Antiamerikanismus. Für die Nationalsozialisten und die Kommunisten waren die USA die Festung des ausbeuterischen Kapitalismus. Die Monarchisten hatten schon 1918 davor gewarnt, dem amerikanischen Präsidenten Wilson zu trauen. Sie hielten das amerikanische und britische System für unvereinbar mit der deutschen Freiheit. Sie glaubten, die demokratische Republik sei dem deutschen Volk von seine Feinden aufgezwungen worden. Auch trauten sie den Parteien nicht zu, ihre Parteiinteressen gegenüber dem allgemeinen Wohl zurückstellen zu können.  

Die Nationalsozialisten verband mit den Monarchisten der gemeinsame Glaube an die Dolchstoßlegende, der Haß auf die „Novemberverbrecher“ und „Erfüllungspolitiker“, die Sehnsucht nach einem charismatischen Führer, der das Reich in alter Pracht wiederherstellen  sollte. Die Nationalsozialisten lehnten aber die Monarchie ab, ebenso den Standesdünkel der Adligen und der feinen Leute. Sie traten für mehr soziale Gleichheit aller Volksgenossen ein, für die Hebung des Ansehens der niederen Klassen, für die Beseitigung von Standesschranken. Den politischen Durchbruch schaffte die NSDAP in den Wahlen während der Weltwirtschaftskrise 1930 bis 1932. In diesen Wahlkämpfen hörte man von den Nationalsozialisten nichts gegen die Juden und nichts von Hitlers Kriegsplänen. Das ganze politische Geschäft wurde mit der großen Not der einfachen Leute gemacht. Im Manifest der NSDAP vom 10. September 1930 standen Parolen, die auch zu den Kommunisten paßten: „Die nationalsozialistische Bewegung wird mit ihrem Sieg den alten Klassen- und Kastengeist überwinden. ...  Der Nationalsozialismus kämpft für den deutschen Arbeiter, indem er ihn aus den Händen seiner Betrüger nimmt, die Schutztruppe des internationalen Bank- und Börsenkapitals aber vernichtet. ... Auch unsere oberen Zehntausend werden lernen müssen, schwarzes Brot zu essen.“ Der nationalsozialistische Abgeordnete Strasser sagte 1925 im Reichstag: „Wir wollen an Stelle des ausbeuterischen kapitalistischen Wirtschaftssystems einen wahrhaften deutschen Sozialismus, aber nicht geführt durch jene seelenlose jüdische, materialistische Auffassung, sondern getragen von dem gläubigen, urdeutschen Gemeinschaftsgefühl, Gemeinschaftswillen und Gemeinschaftssinn.“ (Zitiert nach Geschichte und Geschehen II, Oberstufe, Ausgabe A/B, Klett Verlag, S.272.) Da erinnert vieles an die Kommunistin Clara Zetkin und ihren Glauben an die ideale Masse „aktiv, einig, willensstark, opferfreudig, leidensbereit und tugendhaft-diszipliniert“ (F.A.Z. vom 28. Juli 2004). Kommunisten und Nationalsozialisten stimmten auch überein in der Ablehnung des Liberalismus, in der Ablehnung der Grundrechte, in denen man den Ausdruck einer individualistischen und egoistischen Lebensweise sah. Ebenso lehnte man die Gewaltenteilung, die repräsentative Demokratie und das Mehrparteiensystem ab. Gemeinsam  war auch beiden Ideologien der charismatische Führer, der den einheitlichen Willen der Massen zum Ausdruck brachte (Hitler und Stalin). Beide Ideologien sahen ein Endziel der Geschichte, für das die Menschen umerzogen werden mußten. Für den Kommunismus war es das Proletariat, das das Heil in einer paradiesischen staatenlosen Gesellschaft bringen sollte. Für den Nationalsozialismus war die germanische Herrenrasse dazu berufen, ein „tausendjähriges Reich“ zu errichten. Beide Ideologien stimmten auch überein im rücksichtslosen Kampf gegen alle Gegner. Todfeind für die Kommunisten war die Kapitalistenklasse, für die Nationalsozialisten das Judentum. Ähnlich auch die Formulierungen: Die Nationalsozialisten wollten einen „nationalen Sozialismus“, Stalin wollte den „Aufbau des Sozialismus in einem einzigen Lande“, wenn auch angeblich nur als Vorstufe zur Weltrevolution.   

Trotz des Versagens der demokratischen Parteien und trotz der großen Not bekamen die Nationalsozialisten bei Wahlen nie die absolute Mehrheit. Die Monarchisten glaubten, sie könnten Hitler für ihre Zwecke benutzen. (Da täuschten sie sich gewaltig.) Zwischen Hindenburg und Hitler standen Welten. Hindenburg mochte Hitler nicht. Seine Freunde überredeten ihn, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen. Ludendorff, der noch beim Hitlerputsch 1923 an der Seite Hitlers gewesen war, schrieb zwei Tage nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler Hindenburg, seinem ehemaligen Chef: „Ich prophezeie Ihnen feierlich, daß dieser unselige Mann unser Reich in den Abgrund stoßen, unsere Nation in unfaßbares Elend bringen wird, und kommende Geschlechter werden Sie verfluchen in ihrem Grabe, daß Sie das getan haben.“ (F.A.Z. vom 2. Oktober 1997) itrlers gewesen war, schrieb dam

Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!